Browsergames vs. Gameindustrie

Mit so komplexen Online-Games wie WoW der traditionellen Gameindustrie können die meisten Browsergames noch nicht mithalten. Die Qualität von Browsergames hat sich jedoch seit dem ersten bekannten Browsergame „SOL“ aus dem Jahr 1995 stark verbessert. Die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 machen es möglich, dass es nicht mehr nur „ein Spiel für alle“ gibt, sondern sich Online-Spieler ihre eigene Spielrealität aus einzelnen Elementen zusammenbasteln können, und die Spielhandlungen immer realistischer werden.

Zudem besteht nicht nur zwischen PC- und Konsolen-Spieleherstellern und Browsergame-Anbietern ein starker Wettbewerbsdruck, sondern auch innerhalb der Browsergame-Community selbst. Seit 2005 werden die besten Browsergames in verschiedenen Kategorien (z. B. beste Graphik, bestes Gameplay) und Spielgenres von Gamesdynamite, einem Internetmagazin für Online-Spiele, ausgezeichnet. So wurde beispielsweise das im Wilden Westen spielende Rollenspiel „The West“ 2008 zum besten Browsergame gekürt. Das beste Strategiespiel ist derzeit das mittelalterliche Game „Zarenkriege“, die beste Wirtschaftssimulation das virtuelle Pferdespiel „Howrse“.

Nach Meinung von Experten sind die erfolgreichsten Browsergames die, die mit allen gängigen Internetbrowsern geöffnet werden können, nur geringe Systemanforderungen an die Computer der Nutzer stellen und einen kostenlosen Zugang bieten. Dies sind zugleich die größten Unterschiede und Vorteile von Browsergames gegenüber Clientgames. Allerdings verlangen die Nutzer von Browsergames zunehmend auch die die gleichen technischen Eigenschaften (z. B. 3D-Graphik) wie von Clientgames über PC und Konsole.

Aus diesem Grund haben sich bei Browsergames vor allem zwei Geschäftsstrategien auf dem Markt der Browsergames durchgesetzt, um in der Konkurrenz mit Clientgame-Anbietern mithalten und Spiele ständig weiterentwickeln zu können: zum einen das so genannte „In-Game-Billing“, bei dem Online-Spieler für Extra-Services zahlen müssen; zum anderen das so genannte „In-Game-Advertising“, bei dem Werbung ins Spielgeschehen eingebaut ist. Nach Angaben von BITKOM e. V. steigt die Bereitschaft der Online-Spiele für Spiele im Internet auch zu zahlen. Während dies 2007 in Deutschland nur knapp 16 Prozent der Online-Spieler waren, hat sich der Anteil 2008 auf rund 45 Prozent fast verdreifacht. Jeder Zehnte zahlt bereits für Online-Spiele, und die die grundsätzlich dazu bereit wären, wollen meist bis zu 20 EUR pro Monat ausgeben. Auch haben etwa zwei Drittel der Online-Spieler nichts gegeben Werbung in Spielen oder finden In-Game-Werbung vollkommen in Ordnung, wenn das Spiel dadurch kostenlos bleibt bzw. günstiger wird.